Radüner Rothorn 3022m

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Jetzt bin ich definitiv im Frühlingsskitourenmodus angelangt. Eindeutige Anzeichen sind, wenn man um 04:00 Abfährt damit man um 06:15 zur Tour starten kann. Beim Start waren nur noch zwei andere Tourengänger aus Österreich unterwegs. Alle anderen starteten viel später. Ein Tourengänger kam mir sogar erst entgegen als im unteren Teil auf der Abfahrt war.

Bei frischen -6° ging es los, vom Parkplatz Radönt bei P.2263 an der Flüelapassstrasse. Alles ist top eingeschneit und bis auf die Nordhänge gut tragend. Die erste kurze Steilstufe nach dem Parkplatz erstieg ich heute direkt. Danach ging es dann mehrheitlich flach weiter über die Hügellandschaft von Radönt bis an den Fuss des Radüner Rothorns. Dort habe ich dann auf einem der Hügel ca. P.2750, an einem schön aufgewärmten Stein, eine Pause eingelegt. Da es erst 08:00 war habe ich die Pause ausgedehnt und 45min die Sonne genossen.

Nach dem relaxen ging es weiter über den Lawinenkegel am Nordfuss der Radüner Chöpf hinauf Richtung Rothornfurgga. Hier ging in den letzten Tagen ein wirklich imposantes Schneebrett ab. Exposition und Höhe entsprechen exakt den angegebenen Gefahrenstellen im Bulletin. Im Aufstieg durch die Nordhänge der Radüner Chöpf gab es dann schönen Pulverschnee auf Tragendem Untergrund. So richtig schön zum Geniessen. Beim Seelein am Fuss des Radüner Rothorns habe ich dann nochmals kurz eine Pause eingelegt und das Tenu erleichtert. Leider zogen genau in der Zwischenzeit 4 grössere Gruppen mit Tourengänger an mir vorbei. Geschätzt alles zusammen sicher 40 Personen. Dazu noch ein paar einzelne Tourengänger. Wie eine Prozession. Somit war nun Fertig mit Ruhe und Einsamkeit. Ich bin dann bis zur Schulter unterhalb des Gipfels (etwa P.2960) aufgestiegen. Danach kurz zu Fuss die Situation gesichtet auf dem Gipfel. Auf dem Gipfel dann kein Platz und natürlich auch keine Ruhe. Deshalb bin ich sofort wieder runter. Das hatte Volksfestcharakter.

So etwas habe ich auf dem Radüner Rothorn also noch nie erlebt. Derartige Situationen trifft man normalerweise auf dem Pischahorn an. Aber doch nicht hier und das an einem Mittwoch im Mai. Leicht frustriert bin ich daher direkt wieder abgefahren ohne Pause auf dem Gipfel und Wipfelschuss. Den Wipfelschuss habe ich auf der Südschulter noch rasch inszeniert und die Pause dann weiter unten auf einer Kuppe etwa auf 2490m eingelegt. Die Abfahrt war dafür absolut top. Oben noch schönster Pulverschnee danach gute Firnverhältnisse bis hinunter zur Passstrasse. Trotz ausgiebigen Pausen (satte 2h), war ich um 11:20 bereits zurück beim Auto.

Fazit
Im Moment ist alles immer noch sehr gut eingeschneit. Es liegt wirklich viel Schnee. Vor allem bezogen auf die bisherige Saison. Nordseitig dürfte es noch ein bis zwei Tage Pulver haben. Danach wird sich auch das verfestigen. Vor allem da nun die 0° Grenze markant ansteigt und ab Morgen über 3000m zu liegen kommt.
Seit heute wird vom SLF kein tägliches Lawinenbulletin mit Gefahrenstufen mehr publiziert. Ich habe mich daher entschieden, bei den Angaben zur Lawinengefahrenstufe im Bericht, das System von der SMA zu übernehmen. In den Zwischensaisons setzt die SMA die Lawinengefahr auf „Aktiv“ und gibt die Hauptgefahr an. Das Ganze in der Farbe blau. Dies erscheint mir irgendwie logisch.

Route: Flüelapass P.2263 Parkplatz Radönt – Radüner Rothorn – Flüelapass P.2263 Parkplatz Radönt

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 3.8km
Distanz Abfahrt: 3.2km
Höhenmeter Aufstieg: 770m
Höhenmeter Abfahrt: 770m
Dauer Aufstieg: 2h 45min
Dauer Abfahrt: 20min
Pausen: 1h 55min
Schwierigkeit: WS+
Lawinengefahrenstufe: Aktiv: Trockene Lawinen in der Höhe, nasse Lawinen im Tagesverlauf
Benötigte Karten: 258S Bergün 1:50000 Blaue Skitourenkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Radüner Rothorn 3022m

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