Fibbia 2739m

In Berg- Alpintouren by Steven0 Comments

Auf den Bär gekommen oder wenn ein Muzz auf Spuren des Mutz trifft.

Da es ja am Wochenende nicht allzu schönes Wetter war, unternahm ich meine alljährliche Geburtstagstour heute. Da man Geburtstage ja bekanntlich geniessen soll, war es dem entsprechend auch eine Genusstour. Wie so viel bei eher schlecht erreichbaren Ausgangspunkten, entschied ich mich für die ÖV–Mobilty Kombi.

Kleine Bemerkung am Rande:
Ich kritisiere die SBB ja wirklich sehr selten. Aber das neue Fahrplankonzept am Gotthard, vor allem auf der Bergstrecke, ist ja völliger Schrott. Diverse Male umsteigen, keine schlauen Anschlüsse, Reisezeit-Verlängerung, also ich weiss ja nicht. Vielleicht wäre es doch besser die SOB übernimmt hier das Zepter.

Auf dem Gotthardpass war es dann ziemlich frisch für einen Hochsommer Tag mit knapp 8°. Daher waren lange Hosen und langes Shirt angesagt. Gemütlich startete ich vom Parkplatz an der Passstrasse beim Abzweiger Lucendro. Die LK zeigt einen Pfad an im Valletta di San Gottardo. Was bekanntlich viel heissen kann. Doch vor Ort entpuppte sich der Pfad als ein sehr schön und gut ausgebauter Weg, mindestens bis zum Seelein auf 2387m. Das felsige und im unteren Teil noch Grass durchzogene Gelände ist wunderschöne und so richtig zum Geniessen. Ab dem Seelein werden die Schneedecken immer geschlossener. Erstaunlich wie viel Schnee in diesem Kessel noch liegt auf dieser Höhe. Vom Seelein bis zum Gipfel orientiert man sich am besten an den Steinmändchen die es überall hat. Routen sind viele Möglich, je nach Kletter- und Kraxelwünschen. Teilweise bin ich der Normalroute gefolgt und dazwischen immer mal wieder über Felsen Hoch geklettert. Was eine gute Abwechslung ergab in Kombination mit den doch ausgedehnten und monotonen Schneefeldern.

Etwa auf 2650m wo das Gelände wieder flacher wird quere ich plötzlich eine Spur mit halbrunden 10-15cm breiten abdrücken und abdrücken von 5 Krallen im Schnee. Ich schaue zuerst etwas ungläubig darauf und betrachte mir die Spur nochmals genauer. Mit grösster Wahrscheinlichkeit eine Bärenspur. Schluck… nochmals Schluck… Ein ziemlich mulmiges Gefühl überzieht mich. So alleine, in diesem abgeschiedenen Gebiet, in diesem mit vielen Felsen durchsetzen, unübersichtlichen Gelände. Ganz sicher bin ich mir zwar nicht. Aber so grosse Abdrücke. Ich wüsste kein anderes Tier. Sicherheitshalber suche ich mal die Gegend ab. Scheint sich nichts zu bewegen. Puuhh… Bären gehen ja zum Glück Menschen aus dem Weg. Hoffe ich zumindest. Vorsichtig steige ich weiter auf zum Gipfel, doch nicht mehr ganz so entspannt. Das letzte Stück zum Gipfel zieht sich dann doch etwas. Doch irgendwann ist dann der Gipfel erreicht.

Das nasse Gipfelbuch ist beim alten Niederschlagsmessgerät angebracht. Auch nicht gerade eine Augenweide. Weiter nach Westen hat es dann auch noch einen Gipfelsteinmann. Ich trage mich kurz im Gipfelbuch ein und geniesse im Anschluss eine ausgiebige Pause beim Gipfelsteinmann. Nach einem Wipfelschuss mache ich mich dann wieder an den Abstieg. Welcher dank den Schneefeldern im Express bewältigt werden kann. Beim Seelein auf 2387m mache ich dann nochmals eine längere Pause und geniesse die schöne Gegend. Der Schlussabstieg zum Parkplatz ist dann nochmals richtig schönes Genusswandern in einer extrem schönen Landschaft.

Route: Ospizio San Gottardo – Valletta di San Gottardo – P.2387 – Fibbia – P.2387 – Valletta di San Gottardo – Ospizio San Gottardo

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 2.8km
Distanz Abstieg: 2.8km
Höhenmeter Aufstieg: 700m
Höhenmeter Abstieg: 700m
Dauer Aufstieg: 2h 50min
Dauer Abstieg: 1h 40min
Pausen: 60min
Schwierigkeit: T4 I – II
Benötigte Karten: 3314T Andermatt 1:33333 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Fibbia 2739m

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