Siwerbenhorn 2764m

In Berg- Alpintouren by Steven0 Comments

Auch heute stand noch einmal eine Tour Im Gotthardgebiet auf dem Programm. Leider war das Wetter nicht mehr ganz so gut wie mal ursprünglich vorhergesagt. Eine ziemlich herbstliche Stimmung begrüsste auf dem Pass. Knappe 10° und ein kühler Wind sowie Wolken. Es hätte gut auch Ende September sein können. Doch im Verlauf der Tour wurde es immer schöner.

Wir starteten beim Lucendro Parkplatz auf dem Gotthardpass. Zügig erreichten wir Mottolone und von dort dann dem Seeufer entlang die Verzweigung unterhalb der Cascina della Gana. Auf dem schönen Wanderweg ging es nun aufwärts zum Wolgrass-Seelein bei P.2408 und von dort weiter zu den Laghi della Valletta. Beim oberen Lago della Valletta bogen wir zur Rinne/Rampe ab die Richtung Nordgrat des Pizzo dell’Uomo hochführt. Etwa auf halber Höhe stiegen wir dann in die NNO-Flanke ein und kletterten über spannendes und kurzweiliges Blockgelände hinauf zum Gipfel des Pizzo dell’Uomo. Die Schwierigkeiten sowie die Route sind frei wählbar und lassen sich gut dem Können anpassen. Unsere Route bewegte sich mehrheitlich im IIer Bereich mit einzelnen kurzen IIIer Stellen. Über den Nordgrat würde die Normalroute hochführen. Doch wäre diese bei weitem nicht so abwechslungsreich und spannend wie die Flanke. Leider erreichten wir dann schon bald den Gipfel, wo wir eine Mittagsrast einlegten.

Nach dem Essen und der Pause war ich dann nicht mehr wirklich motiviert um noch einen Gipfel anzuhängen. Ich hätte gut auch gemütlich Absteigen können. Doch ich zwang mich zum weitergehen. Der Grat schien so extrem lang vom Pizzo dell’Uomo. Zum Glück täuschte dieser Eindruck. Schon bald standen wir am Fuss des Siwerbenhorns. Auch die 130Hm Aufstieg hatte ich nicht bemerkt. Am Fuss des Siwerbenhorns war dann die Motivation wieder voll da. Ein spannender felsiger Schutthaufen.

Nach dem lieblichen Gelände zwischen Pizzo dell’Uomo und Siwerbenhorn, dominierte am Gipfel nun wieder raues Felsgelände. Ein spannender und kurzweiliger Aufstieg auf den Gipfel lag vor uns. Doch oben auf dem vermeintlichen Gipfel stellten wir fest, dass dies gar nicht der Gipfel ist. Dieser liegt weiter südlich. Also ging es weiter über Blockgelände zu einem Einschnitt der den ganzen Gipfel durchzieht von West nach Ost. In diesen hinunter und auf der anderen Seite auf den kotierten Gipfelpunkt wieder hinauf. Hier waren dann nochmals ein zwei Klettergriffe von Nöten. Die tiefen Löcher und Spalten zwischen den Blöcken benötigen aber etwas Vorsicht. Auf dem Gipfel stellten wir dann auch gleich noch das Gipfelkreuz wieder in Stand. Welches doch ziemlich havariert war.

Auf dem Siwerbenhorn hat man eine beeindruckende Aussicht. Vor allem der Blick ins Witenwasserental ist imposant. Deshalb wurde der Aufenthalt dann doch etwas länger. Nach vielen Fotos und dem obligaten Wipfelschuss, kletterten wir über die Nordhälfte des Gipfels wieder ab. Vom Siwerbenhorn peilten wir im Abstieg in etwa P.2545 an. Etwas nördlich von diesem stiegen wir dann über das von diversen Rinnen durchzogene Gelände hinunter zum Wanderweg. Auf diesem erreichten wir dann zügig und bequem wieder den Parkplatz Lucendro beim Gotthardpass. Im Andermatt genehmigten wir uns dann zum Abschluss noch einen Kaffee.

Fazit
Das Siwerbenhorn ist ein viel interessanterer Gipfel als es den Anschein macht. Schon alleine wegen der Ruhe und der umfassenden Aussicht lohnt sich ein Besuch. Zu empfehlen ist sicher auch der Westaufstieg aus dem Witenwasserental.

Route: Passo del San Gottardo Parkplatz Lucendro – Cna della Gana – Pizzo dell‘ Uomo – Siwerbenhorn – Cna della Gana – Passo del San Gottardo Parkplatz Lucendro

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 6.3km
Distanz Abstieg: 6.0km
Höhenmeter Aufstieg: 870m
Höhenmeter Abstieg: 870m
Dauer Aufstieg: 3h 35min
Dauer Abstieg: 1h 50min
Pausen: 1h 40min
Schwierigkeit: T4 II-III
Benötigte Karten: 3314T Andermatt 1:33333 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Pizzo dell‘ Uomo 2686m
Siwerbenhorn 2764m

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