Piz Vallatscha 3020m

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300.

So das war sie nun also. Die 300. Tour der Bergmuzzän. Dabei war der Weg zur 300. Tour steiniger als man annehmen würde. Zum einen konnte ich mich länger nicht entscheiden und zum anderen musste alles möglichst perfekt passen. Heute hat nun alles gepasst und wie! Somit kann ich nun entspannt die nächsten 100 Touren in Angriff nehmen 😉

Damit ich die Tour auch richtig geniessen konnte bin ich bereits gestern Abend angereist und habe in Zernez im Hotel Spöl übernachtet. Eine absolute Top Unterkunft die auch für Unterländer alles möglich machen. Das Hotel wurde erst vor kurzem umgebaut und bietet ein schönes Ambiente mit viel Arvenholz. Auch das Abendessen war erste Güte. Die Spargelsaison lässt grüssen. Das Hotel hat mir sogar extra das Frühstück vorbereitet und eine Nespresso Maschine hingestellt. So konnte ich auch ohne Angestellte um 04:15 entspannt und genussvoll frühstücken. Was für ein Service!!! Nach der Stärkung ging es durch die Finstere Nacht über den Ofenpass nach Minschuns.

Ich startete vom grossen Parkplatz bei der Talstation. Aktuell reicht der Schnee noch immer bis hierhin. Über die Alp da Munt ging es aufwärts in Richtung Fuorcla Funtana. Kurz vor dieser bin ich dann direkt die Piste hoch traversiert ins Valbella. Dort dann auf der Spur des Schlepplifts aufwärts bis zur Bergstation. Eine bequeme und sehr effiziente Variante. Vor allem wenn bereits Saisonende ist. Aufgrund der Spuren war ich wohl nicht der erste, der diese Idee hatte. Von der Bergstation ging es dann zuerst wieder etwas abwärts und über einen gefrorenen Lawinenkegel. Danach durch die Südmulde hoch in Richtung Gipfel. Auch hier hatte es nochmals drei Nassschneerutsche. Steil stieg ich zur Fläche hoch am Fuss des Gipfelhangs und über diesen dann zum Skidepot auf dem Südgrat.

Vom Skidepot ging es dann zu Fuss die steile Flanke hoch. Eine üble Sache. Scheinbar ist die oberste Schicht ein harter Deckel. Doch leider trug dieser nicht mehr so wie er sollte und ich brach teilweise bis zu den Knien ein. Eine extrem kräftezerrende Sache. Ich brauchte fast 45 hoch zum Gipfel, weil ich fast immer Tritte stampfen musste. Was zwar immer noch anstrengend ist aber nicht so wie wenn man bei Belastung der Schneedecke einbricht. Zum Glück hatte ich genügend Zeit berechnet für alle Eventualitäten. Ein weiterer Vorteil war, dass die Felsen teilweise bereits Schneefrei waren. So nutzte ich wo möglich die Felsen für den Aufstieg.Mit Pickel und Steigeisen bewaffnet waren aber auch die gefrorenen Stellen einfach zu meistern. Der Gipfelgrat selbst lässt sich im Moment erstaunlich entspannt begehen. Ich besuchte rasch den nördlichen Gipfel und machte dann in der Mitte des Grats den Wipfelschuss und noch ein Kugelpanorama.

Nach einer kurzen Pause bin ich dann wieder abgestiegen. Um länger auf dem Gipfel zu sitzen, war einfach der Wind zu bissig. Der Abstieg ging dann aufgrund meiner Tritte ziemlich flott. Die Abfahrt um 10:45 war gerade noch im grünen Bereich. Auch wenn der Schnee schon ziemlich aldente war. Wenn es unten zu sulzig wird, kann man immer auch noch über die alten Pisten abfahren.

Es hat noch immer genügend Schnee im Gebiet auch wenn die Schneegrenze stark ansteigt. Vor allem Südseitig. Das praktisch die gesamte Route Südseitig ausgerichtet ist ein früher Start zwingend notwendig. Ich startete um 05:40 und war um 11:00 wieder unten.

Route: Valplaun P.2116 – Alp da Munt – Valbella – Piz Vallatscha – Valbella – Valplaun P.2116

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 6.2km
Distanz Abfahrt: 5.3km
Höhenmeter Aufstieg: 910m
Höhenmeter Abfahrt: 910m
Dauer Aufstieg: 3h 20min
Dauer Abfahrt: 35min
Pausen: 1h 35min
Schwierigkeit: WS+
Lawinengefahrenstufe: 1 Gering (Trocken) 3 Erheblich (Nass)
Benötigte Karten: 259S Ofenpass 1:50000 Blaue Skitourenkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Piz Vallatscha 3020m

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