Radüner Rothorn 3022m

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Das war heute also eine wirklich lange Skitour. Rund 7 Stunden vom Parkplatz bis wieder zurück zum Parkplatz. Wären die Verhältnisse nicht so günstig gewesen. Man hätte viel früher abbrechen müssen. Doch am Morgen war es entgegen der Prognose sogar noch bewölkt im Flüelagebiet und wirklich sehr frisch. Was natürlich der Schneedecke sehr gut tat. Da der Pass aktuell wegen dem Hangrutsch in Susch nur bis zur Passhöhe befahrbar ist, hiess es zuerst einmal Laufen und Tragen.

Start dann, der Einfachheit halber, ab Parkplatz Radönt. Von dort hinauf nach Radönt und über das kupierte Gelände hoch unter das Radüner Rothorn. Es herrschten erstaunlich gute Verhältnisse. Auf einer harten Unterlage, teilweise auch mit Deckel, lagen etwa 3-5cm lockerer Schnee. Zum Gipfel hin sogar noch etwas mehr. Unterhalb des Radüner Rothorns heute nun hoch Richtung Schwarzhornfurgga und an P.2802 vorbei weiter an den Fuss des NE-Grats des Radüner Rothorns.

Als ich vor 6 Jahren das erste Mal auf dem Rothorn war, wählte ich bereits den NE-Grat für den Aufstieg. Heute war nun wieder einmal Zeit war für eine weitere Begehung. Da die Abfahrt mit dem Snowboard vom Fuss des Nordgrats besser geht als über die Normalroute. Richteten wir am Fuss des NE-Grats, in der Westflanke, ein Skidepot ein. Man steigt zuerst durch die Westflanke hoch und dann über einen kleinen Felsriegel weiter auf den NE-Grat. Nun auf dem Grat und teilweise etwas westlich in der Flanke hoch zum Gipfel. Bei den aktuellen Schneeverhältnissen ist es an einigen Stellen einfacher über die Felsen zu kraxeln. Wir hatten aufgrund dieser Schneeverhältnisse Stunden!

Weil irgendwann dann auch die Mobility Reservation ablief wurde es langsam knapp. Deshalb nur kurz auf den Gipfel und Eintrag im Gipfelbuch sowie am Grat kurz einen Wipfelschuss. Danach gleich wieder zurück zu Skidepot und Abfahrt hinunter zur Passstrasse. Die Abfahrt war dann aber erste Sahne, bei schönem leichtem Sulz. Nun stand aber noch eine Tortur an, hochlaufen hinauf zum Pass. Was mir bei der Sonneneinstrahlung und der Wärme dann wirklich den Rest gab. Denn es sind nochmals 1,8km Distanz und etwas mehr als 100 Höhenmeter hinauf zur Passhöhe. Wirklich übel.

Verhältnisse
Aktuell sind die Schneeverhältnisse sehr unterschiedlich. Es gab Stellen wo es noch immer etwas frischen und lockeren Schnee hatte. Dann wieder Abschnitte mit einer harten Kruste und auch noch Abschnitte mit einem nicht tragenden Deckel. Auch auf dem NE-Grat gab es drei Varianten. In der Westflanke zuunterst knöcheltiefer Pulver auf einem nichttragenden Deckel. Was dann zu einem knietiefen einsinken führte (sehr anstrengend und zeitraubend). Auf dem Grat dann im mittleren Teil eine steinhart gefrorene Schneedecke. Was Stufen schlagen und Tritte machen erforderte. Im obersten Teil unterhalb des Gipfels dann noch etwas Lockerer Schnee.

Der NE-Grat ist ein sehr cooler Aufstieg auf das Radüner Rothorn. Hat uns aber viel Zeit gekostet bei den aktuellen Verhältnissen. Dafür hat es jetzt für Nachfolger eine Spur.

Route: Flüelapass – P.2263 – Radönt NE-Grat – Radüner Rothorn – NE-Grat – P.2334 – Flüelapass P.2263

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 5.7km
Distanz Abfahrt: 4.9km
Höhenmeter Aufstieg: 820m
Höhenmeter Abfahrt: 820m
Dauer Aufstieg: 4h
Dauer Abfahrt: 20min
Pausen: 2h 20min
Schwierigkeit: WS+
Lawinengefahrenstufe: 1 Gering
Benötigte Karten: 258S Bergün 1:50000 Blaue Skitourenkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Radüner Rothorn 3022m

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