Piz Tiarms 2918m

In Berg- Alpintouren by StevenLeave a Comment

Piz Tiarms nun also endlich auch mal im Sommer.

Heute stand ich endlich auch mal im Sommer auf dem Piz Tiarms. Er ist und bleibt einer meiner Lieblingsgipfel. Einfach ein super Berg. Formschön, felsig und steil. Einfach alles was man braucht. Der Piz Tiarms ist im Sommer ein wahres Erlebnis. Im Winter ist er schon wild und Alpin, aber im Sommer findet man sich in einer extremen Blocksteinwüste wieder. Nach einer kurzen staubedingten Verzögerung auf der Gotthardautobahn (ca 15min). Starteten wir um 08:45 auf dem Oberalppass.

Der Aufstieg zur Fellilücke ist unschwierig und landschaftlich eine absolute Perle. Man kann sich kaum satt sehen an der wunderschönen Berglandschaft. Man würde es kaum erwarten, wenn man im Winter hier unterwegs ist. Die Fellilücke ist in einer knappen Stunde erreicht wo wir an einem windstillen Platz eine kurze Pause machen und danach weiter Richtung Wyssenlücke aufsteigen. Zuerst geht es noch auf Pfadspuren über den Rücken und durch die Mulde hinauf. Bis hierhin schafft man es bei richtiger Routenwahl gemütlich. Danach finden wir uns in einem riesigen Geröllfeld wieder. Blöcke bis zur grösse von Gartenhäuschen sind nun zu überwinden oder umgehen. Auch wenn der Hang zum Grat hin fast senkrecht aufsteilt sind das nicht die eigentlichen Schwierigkeiten. Sondern eine Route zu finden die möglichst Kräfte schonend ist. Aber irgendwann hat man dann die Westflanke überwunden und steht unten an der Senke im Nordgrat.

Diese stellt im Sommer nun definitiv eine Herausforderung dar. Denn der Trittschnee welcher die Stelle im Winter relativ einfach begehbar macht fehlt. Daher erklettern wir die Stelle rechts über die Felsen. Körpergrösse ist hier von Vorteil bei den grossen Blöcken. Auch für den restlichen Grat ist das sicher von Vorteil. Nach der ersten Kletterstelle geht es über den Blockgrat weiter Richtung Gipfel. Auch hier macht der fehlende Schnee die Sache etwas anspruchsvoller. Denn zwischen den Löchern öffnen sich grössere Spalten. Doch auch diese überwinden wir und erreichen nach einer weiteren schönen IIer Kletterstelle den Gipfel. Welcher am einfachsten von der Rückseite her erstiegen wird.

Nach einer kurzen Pause machen wir uns wieder an den Abstieg. Der Abstieg über den Grat geht dann schneller und bald stehen wir wieder in der Senke. Welche dann nochmals Konzentration verlangt während des Abkletterns. Danach steigen wir über den Westhang wieder ab Richtung Fellilücke. Im Abstieg wählen wir eine südlichere direktere Variante durch den Westhang. Welche sich eindeutig als besser herausstellt. Diese wäre wohl auch im Aufstieg die bessere. Nach dem Westhang steigen wir nördlich der Mulde über Felsen ab und erreichen bald wieder die Fellilücke wo wir nochmals eine Pause machen. Danach steigen wir zügig zum Oberalppass ab und kehren im Restaurant Calmut noch zum Zvieri ein.

Mit der Schwierigkeitsbewertung habe ich mich etwas schwergetan. Im Führer steht T6 aber ich denke das ist etwas zu hoch. Ich denke T5/T5+ dürfte der Schwierigkeit entsprechen. Wobei sich diese Bewertung vor allem auf den Grat bezieht. Der Westhang liegt im T4 Bereich und der Aufstieg in die Fellilücke ist nur T2. Die Kletterstellen bewegen sich im IIer Bereich, sind aber je nach Körpergrösse etwas knifflig. Daher die Bewertung II+ .

Route: Oberalppass – Fellilücke – Piz Tiarms – Fellilücke – Oberalppass

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 4.0km
Distanz Abfahrt: 3.8km
Höhenmeter Aufstieg: 890m
Höhenmeter Abfahrt: 890m
Dauer Aufstieg: 3h
Dauer Abstieg: 2h 5min
Pausen: 1h 30min
Schwierigkeit: T5+   II+
Benötigte Karten: 3314T Andermatt 1:33333 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Piz Tiarms 2918m

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