Piz Champatsch 2945m

In Berg- Alpintouren by StevenLeave a Comment

Neus Gipfelbuch mit neuem Zuhause für den Piz Champatsch

Bei der letztjährigen Besteigung des Piz Champatsch war das Buch so verschimmelt und durchnässt, dass wir uns nicht mehr eintragen konnten. Halt das typische Gamellen-Problem. Gamellen eignen sich nur bedingt als Gipfelbuch Zuhause. Montiert man diese doch, bohrt man am besten Löcher im Boden und legt ein paar Silica-Gel Säcklein zur Feuchtigkeitsregulierung hinein. Aber beim Gipfelbuch auf dem Champatsch war bereits Hopfen und Malz verloren. Aufgrund des Aussehens schimmelt dieses sicher schon Jahre vor sich hin.

Zeit ein neues Gipfelbuch hoch zu tragen. Damit das neue Buch nicht wieder zu schimmeln beginnt, habe ich auch gleich noch einen neues Zuhause gebaut für das Gipfelbuch. Aufgrund der exponierten Lage und den teilweise garstigen Verhältnissen in dieser Höhe habe ich 3cm dickes Holz verwenden und auch noch ein Dach aus Buche verbaut. Das sollte auch den übelsten Stürmen trotzen. Damit der Kasten ideal in den Steinmann passte musste ich fast den halben Steinmann abtragen und wieder aufschichten. Dafür ist der Steinmann jetzt auch wieder stabil und für die nächsten Jahre gerüstet.

Vielleicht ist es etwas mit mir durchgegangen und die Lösung wurde etwas gar luxuriös aber als gelernter Handwerker hat man nun Mal Qualitätsansprüche und wenn ich etwas repariere dann richtig. 😉

Die Route an sich ist nicht schwierig obwohl unmarkiert. Bis hoch zur Jägerhütte auf ca. 2670m hat man einen sehr guten Pfad. Der wohl für die Schafe gepflegt wird. Einen anderen Grund kann ich mir nicht vorstellen. Zwischen P.2327 und P.2472 ist entgegen der LK auch ein Pfad vorhanden. Teilweise einfach etwas schwächer ausgeprägt. Schaut man aber gut voraus sieht man die Spur immer. Ab der Jägerhütte wird es dann steiniger und der Pfad ist nicht mehr überall erkennbar. Hat man die Kuppe P.2782 erreicht ändert sich dies wieder bis an den Fuss des Gipfelaufbaus. Aber auch auf dem Rücken ist der Pfad bei genauem Hinschauen immer auszumachen. Es lohnt sich dem Pfad zu folgen, denn dieser ist es bedeutend einfacher zu begehen und man kann Energie sparen. Grundsätzlich würde sich das Gelände, zwischen Chant Sura und dem Gipfelaufbau, aber so gut wie überall begehen lassen.

Der Aufstieg über den Südgrat hinauf zum Gipfelfirst ist richtig tolles Alpinwandergelände. Es ist schön steil und felsig wirkt aber dank den Blöcken auf dem Grat nicht so und man kann unterhaltsam hochkraxeln. Hat man den Gipfelfirst erreicht geht es über Felsen weiter an den Fuss des Gipfelkopfs und auf Pfadspuren durch den Südwesthang hinauf zum höchsten Punkt. Vom Fuss des Gipfelaufbaus bis auf den Gipfel hat es immer mal wieder kleine Steinmännchen zur Orientierung.

Nach 90 Minuten Gipfelkasten montieren und Steinmann aufschichten stieg ich dann wieder über dieselbe Route ab. Zwischen der Jägerhütte und P.2472 habe ich stark abgekürzt und bin praktisch in Falllinie abgestiegen. Was den Abstieg insgesamt etwas verkürzt. Je nach Höhenlage muss man sich durch Schafherden schlängeln, entsprechend stark verkotet ist der Pfad in diesen Abschnitten.

Route: Chant Sura – P.2782 – Südgrat – Piz Champatsch – Südgrat – P.2782 – Chant Sura

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 3.7km
Distanz Abstieg: 3.3km
Höhenmeter Aufstieg: 800m
Höhenmeter Abstieg: 800m
Dauer Aufstieg: 2h 20min
Dauer Abstieg: 1h 20min
Pausen: 2h (inklusive Montage Gipfel)
Schwierigkeit: T4   I
Benötigte Karten: 258T Bergün 1:50000 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Piz Champatsch 2945m

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