Piz Gendusas 2979m

In Berg- Alpintouren by StevenLeave a Comment

Das heutige Gipfelziel habe ich nach dem Zufallsprinzip entdeckt. Beim umherscrollen auf der Landeskarte blieb ich im Tujetsch beim Piz Gedusas hängen. Mein erster Gedanke war: Hää? Piz Gendusas? Noch nie gehört. Was bei mir, in Graubünden, wirklich Seltenheitswerts haben dürfte. Auf jeden Fall was die Gipfel um 3000m angeht, dort kennt man nach 15 Jahren und intensivem Kartenstudium irgendwann mal fast jeden. Aber eben nur fast. Komischerweise fand ich beim Recherchieren keine Tourenberichte, was mich dann wirklich neugierig machte. Aufgrund der Position sollte er eigentlich ein sehr guter Aussichtsgipfel sein und dementsprechend auch besucht. Doch dem scheint nicht so zu sein.

Mit einer, aufgrund der Zugersee-  und Axenstrasssperrung, eher umständlichen ÖV – Mobility Kombination ging es nach Sedrun. Von dort dann mit der neuen Pendelbahn hinauf auf 2200m nach Cuolm da Vi. Eine Bahn die sich sehen lassen kann. 2262m Fahrbahnlänge, 724m Höhenunterschied, was die Bahn in 5min 30s bewältigt.

Aber nun zur Tour. Von Cuolm da Vi ging es zuerst der Piste entlang bis P.2273, wo der Wanderweg die Piste verlässt und in den wunderschönen Kessel von Gendusas einbiegt. Vor allem die beiden namenlosen Seelein sind wirklich ein Besuch wert. Auf dem Wanderweg steigt man bis P.2407. Achtung der Wanderweg wurde verlegt und führt neu weiter unterhalb von P.2407 durch. Die LK ist noch nicht aktualisiert worden. Bei P.2407 verlässt man den Wanderweg ziemlich genau in Richtung Nord, was einem an den ersten Steilhang heran führt. Über einzelne Pfadspuren kann man diesen an verschiedenen Stellen durchsteigen. Wir haben bei unserem Aufstieg am Ausstieg oben einen kleinen Steinmann aufgestellt.

Im Anschluss folgt man der markanten Rampe durch die Westflanke hinauf in Richtung Gipfel. Zu Beginn über Wiesen und mit zunehmender Höhe immer mehr über Blockschutt und sogar über Blockwerk. Es empfiehlt sich möglichst am Hangfuss westlich von P.2748 aufzusteigen. Dort ist das Gelände etwas weniger zermürbend als weiter unten. Es gilt ebenfalls genügend Zeit einzuplanen. Das Übersteigen/Überklettern des Blockwerks im oberen Teil benötigt Zeit. Etwa auf 2750m steigt man über eine weitere Steilstufe über grosses Blockwerk und Felsen hoch zu einer flacheren Stelle und von dieser dann an geeigneter Stelle hinauf zum Gipfelhang. Dieser ist zu Beginn eher eine Fläche und wird zum Gipfel hin wieder etwas steiler. Es empfiehlt sich an der östlichen Begrenzung hochzusteigen. Dort trifft man punktuell auch mal auf Gehgelände. Alles andere muss teilweise mühsam überstiegen werden. Doch zum Glück folgt dann bald einmal der Gipfel und man hat es endlich geschafft.

Vom Gipfel hat man eine tolle Aussicht, vor allem auf den Piz Ault und den Oberalpstock. Da das Radar langsam Regen voraussagt machen wir uns nach 20min wieder an den Abstieg. Wir folgten im Abstieg in etwa unserer Aufstiegsroute. Da wir im Aufstieg immer mal wieder Steinmänner aufgestellt hatten, konnten wir diese im Abstieg als Orientierungspunkte brauchen. Interessanterweise kamen wir immer wieder genau bei den Steinmännern vorbei. Das deutet auf eine sinnvolle Routenwahl hin welche für beide Richtungen logisch erscheint.

Langsam kann ich nachvollziehen weshalb es keine Tourenberichte gibt. Auch wenn der Piz Gendusas grundsätzlich mit wenigen Schwierigkeiten zu Besteigen ist, benötigt er doch einiges an Energie. Das Gelände wird in der Westflanke rasch mühsam und der Blockschutt und das Blockwerk benötigen auch einige Kletterzüge.

Route: Cuolm da Vi – P.2273 – P.2407 – Piz Gendusas – P.2407 – P.2273 – Cuolm da Vi

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 3.2km
Distanz Abstieg: 3.2km
Höhenmeter Aufstieg: 800m
Höhenmeter Abstieg: 800m
Dauer Aufstieg: 2h 50min
Dauer Abstieg: 1h 30min
Pausen: 60min
Schwierigkeit: T4-   II
Benötigte Karten: 3326T Obere Surselva 1:33333 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Piz Gendusas 2979m

Leave a Comment