Radüner Rothorn 3022m

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Über den Nordgrat auf das Radüner Rothorn

Endlich konnte wir die verlängerte Öffnung des Flüelapass wieder einmal nutzen. Dies obwohl auf der heutigen Tour etwas der Wurm drin war. Bei der Anfahrt bildete sich nach dem Wolfgang plötzlich ein Stau welcher nicht mehr wirklich vorwärts ging. Dieser brachte uns, von der Hochgebirgsklinik bis zur Abzweigung Flüelapass, rund 35 Minuten Zeitverlust ein. Aufgrund der Verspätung waren dann auch alle Parkmöglichkeiten an der Passstrasse unterhalb Radönt belegt. Glücklicherweise kamen ein paar Tourengänger zurück wodurch zwei Plätze frei wurden. Doch das warten und um parkieren kostete ebenfalls Zeit. Wodurch wir erst um 10:35 beim Parkplatz Radönt starteten obwohl wir um 08:50 mal beim Wolfang durchfuhren. Winter Rush Hour würde ich da mal sagen.

Vom Parkplatz Radönt stiegen wir auf einer guten Spur hoch in Richtung Radönt und welche weiter bequem dem Bachlauf folgte und somit ohne Höhenverlust zur Fläche führte. Nach einer kurzen Trinkpause auf der Fläche stiegen wir über die Rampe direkt hoch zur P.2802. Bei guten Verhältnissen ein tolle direkte Route welche den Aufstieg zum Nordgrat des Rothorns oder auch zum Schwarzhorn verkürzt. Die vorhanden Spur war bereits stark verblasen und teilweise bereits mit Triebschnee gefüllt. Bei P.2802 hat man dann das Gefühl es sei noch weit zum Nordgrat doch die Perspektive täuscht. Tatsächlich erreicht man in weniger als 30min den Nordgrat. Ab P.2802 war dann der starke Südwestwind unser stetiger Begleiter, was den Aufstieg etwas unangenehm gestaltete. Ohne Kapuze und Handschuhe war nichts zu machen und zog man diese kurz aus froren einem fast die Finger ab. Wind ist einfach mühsam.

Am Fuss der Westflanke zum Nordgrat legten wir ein Skidepot an und stiegen zu Fuss weiter auf und zwar auf der Sommerroute (Link zum Tourenbericht). Auch zwei andere Tourengänger wählten den Nordgrat als Zustieg zum Gipfel und waren gerade wieder im Abstieg. Zu Beginn des Aufstiegs in der Westflanke war es noch etwas eine Wühlerei. Doch auf dem Nordgrat selber gab es dann guten Trittschnee und schneefreie Tritte an den Felsen und wir erreichten rasch den Gipfel des Radüner Rothorns. Auf dem Gipfel machten wir kurz den Wipfelschuss sowie den Gipfelbucheintrag und stiegen rasch wieder ab. Der bissige Wind war einfach zu unangenehm. Auf unserer guten Spur erreichten wir zügig wieder das Skidepot, wo wir die Splitboards anschnallten und gleich abfuhren. Hauptsache raus aus dem Wind. Für die Abfahrt wählten wir die schönen Hänge an P.2640 vorbei hinunter nach Radönt, wo man im lockeren Schnee so richtig runter surfen konnte. Leider war die Abfahrt bald vorbei und wir standen wieder an der Flüela Passstrasse.

Trotz des holprigen Starts und dem mühsamen Wind, gab es ein tolle Tour auf das Radüner Rothorn mit tollem Fussaufstieg über den Nordgrat. Der Nordgrat ist aus meiner Sicht die schönste Route zum Gipfel, weil man so noch einen spannenden Fussaufstieg einbauen kann mit zwei drei Felsen. Zur Beruhigung der Staugeplagten Nerven vom Morgen gab es Kulm wie immer eine Schale und ein Caramelchöpfli. Mit einem Caramelchöpfli im Kulm behebt man so gut wie jedes leiden. J

Route: Flüelapass P.2290 Parkplatz Radönt – Radüner Rothorn – Flüelapass P.2290 Parkplatz Radönt

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 3.8km
Distanz Abfahrt: 3.6km
Höhenmeter Aufstieg: 770m
Höhenmeter Abfahrt: 770m
Dauer Aufstieg: 2h 25min (inkl. Fussaufstieg)
Dauer Abfahrt: 35min (inkl. Fussabstieg)
Pausen: 60min
Schwierigkeit: WS+
Lawinengefahrenstufe:  2 Mässig
Benötigte Karten: 258S Bergün 1:50000 Blaue Skitourenkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Radüner Rothorn 3022m
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