Mürtschenstock 2441m

In Berg- Alpintouren by StevenLeave a Comment

Ein perfekter Tag zeichnete sich ab. Unten grau und oben sehr blau und auch noch warm. Deshalb nahmen wir uns einen weiteren Wunschgipfel vor. Unser heutiges Tagesziel war der Mürtschenstock mit seinen drei Gipfeln Fulen Stock und Ruchen. Wobei der Ruchen der höchste Punkt ist und wir deshalb auch nur ihn zum Ziel nahmen. Für alle die nun diese Tour auch machen möchte eine kurze Info vorweg. Die Besteigen des Ruchen ist eine T6 Wanderung also der höchste Schwierigkeitsgrad in der Wanderskala und die Route beinhaltet auch Kletterstellen im II – III Schwierigkeitsgrad. Zusätzlich ist das ganze sehr ausgesetzt! Also bitte nur nachmachen wenn ihr entsprechende Erfahrung und besitzt und eure Technik und Kondition eine solche Tour auch ermöglichen.

Für uns war diese Felslandschaft ein richtiges Eldorado um uns auszutoben. Unsere Route führte uns mit der Sesselbahn zur Bergstation Häbergschwand und von dort weiter am Talalpsee vorbei bis zur Alp Hummel. Dort wurde umgepackt, kurze Hosen montiert und die Energiespeicher aufgefüllt sowie Helm montiert. Auf den Geröllfeldern unten am Wandfuss ist der Helm bitter nötig. Den oben auf den Felsen bewegen sich immer Steinböcke und das einte oder andere Steinchen kam uns schon entgegen. So nun ging es los. Die Route führt zuerst noch etwas weiter (ca 300m) auf dem Wanderweg Richtung Mürtschenfurggel. Dann hart Links das Geröllfeld hinauf. Hier gilt es eine möglichst optimale Route zu finden. Bei guter Routenwahl kann man fast durchgehend auf den Grasstritten laufen was einiges energiesparender ist als auf dem losen Geröll. Ganz ohne Geröll-walking geht es leider nicht. Nach diesen 250Hm erreicht man ein markantes breites Couloir,  dass als logische Fortsetzung des Geröllfeldes betrachtet werden könnte. In diesem Couloir kraxelt man nach oben. Danach betritt man eine grosse breite und steile Grasflanke. Diese steigt man hoch bis zu einer markanten Rinne die zum Grat hinauf führt. Die Route auf der Grasflanke ist frei wählbar. Zu empfehlen ist aber (vor allem im Aufstieg) die linke Grasseite des Couloirs dort hat es im oberen Abschnitt auch ein Stahlseil. Nach etwa weiteren 200Hm kommt man an eine Rinne die zum Grat hinauf führt. Diese ist mit neuen Stahlseilen ausgestattet die das Begehen erheblich entschärfen. Ohne wäre das Kletterei im oberen III Schwierigkeitsgrad. Also geht es an den Seilen hinauf auf den Grat. Nun wird die Sicht frei hinunter in die Ostflanke. Was für ein Aus- und Tiefblick.. einfach atemberaubend. Der Weg wechselt jetzt auf die Ostseite Dort führt eine kurze Graspassage mit Wegspuren hoch hinauf wieder in den Fels. Weitere Kraxeleien im II Grad bringen Freude und führen uns näher an unser Ziel. Kurz unterhalb des Gipfelgrats wechselt man wieder auf die Westseite und quert eine leicht ausgesetzte Stelle mit einem  kurzen 4m Hohen Kamin am Ende -III. Dann noch einige Meter kraxelnd und gehend auf den Gipfelgrat und dann fast flach zum Gipfel des Ruchen. Endlich stehen wir auf unserem geliebten Mürtschenstock!! Yeah!

Bei unserer Gipfelrast tauchen aus der Ostwand plötzlich zwei weitere Gipfelstürmer auf die eine haarsträubende Route gewählt haben. Nach einigem Gipfelfachsimpeln und Gipfeldessert geht es auf dem gleichen Weg wieder nach unten. Die Schlüsselstelle ist im Abstieg noch etwas knackiger als im Aufstieg. Zu Mal es auf der rechten Seite ziemlich tief hinunter geht. Danach auf dem Grat weiter bis man wieder auf die Ostseite wechselt und dann auf der Rasenflanke hinunter bis zur Scharte. In der nachfolgenden Rinne sind die Stahlseile ungemein hilfreich im Abstieg und geben Sicherheit. Nach der Stelle mit den Stahlseilen kommt wieder die steile Graflanke diese sollte man unbedingt auf der linken Seite in einem Couloir Einschnitt mit Geröll und Schnee absteigen. Dieser Abstieg ist viel einfacher als die Grasseite. Die beiden Schneefelder sowie das Geröllfeld lassen sich perfekt surfen!! Somit ist der Abstieg in etwas mehr als einer Stunde geschafft und wir stehen wieder unten bei P.1560 Hummel Der Abstieg nach Filzbach zieht sich dann nochmals ziemlich in die Länge

Fazit: Ein hammer Gipfel und eine wahre Bergmuzzätour. Wahrscheinlich die Beste bisher, wenn auch fast die anstrengendste. Die ganze Tour ist sehr steil und teilweise stark ausgesetzt und das ganze über 600m hohen Abgründen! Nichts für schwache Nerven. Dafür gibt es viel Kraxelei und Kletterei im II (kurze Stelle -III) Schwierigkeitsgrad. Die Aussicht ist einfach grandios. Ausser dem Glärnisch ist nichts höher in der näheren Umgebung und daher freie Sicht. Mit 1400Höhenmeter Aufstieg und 1600Höhenmeter Abstieg aber konditionell Anspruchsvoll und nur für routinierte Gipfelstürmer zu empfehlen.

Route:  Häbergschwand – Talalpsee – Alp Hummel – Mürtschenstock – Alp Hummel – Talalpsee – Filzbach

Eckdaten Tour
Länge der Tour: 17.5km
Aufstieg Höhenmeter: 1385m
Dauer mit Pausen: 8h 30min
Dauer ohne Pausen: 6h 30min
Schwierigkeit: T6  II
Benötigte Karten: 237T Walenstadt 1:50000 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Mürtschenstock (Ruchen) 2441m

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