Den Hängst von Nordwesten her gezähmt
Martina wünschte sich für heute einen Besuch der Schrattenflue. Also nahmen wir uns den höchsten Punkt, den Hängst vor. Denn auf dem Schibegütsch war ich ja bereits Ende Mai. Die Recherche ergab, dass der Hängst auch von Nordwesten her bestiegen werden kann. Also machten wir uns auf zur Erkundung und starteten etwas unterhalb der Alp Imbrig zu unserer Tour.
Auf dem offiziellen Bergwanderweg ging es in einigem Auf und Ab zur Alp Steiwang (P.1496). Von dieser gingen wir noch etwas weiter und nutzen dann den auf der LK eingereichten Alpweg für den Beginn des Aufstiegs. Der Alpweg hört nach kurzem wieder auf. Im Anschluss stiegen wir auf der Grasflanke hinauf Richtung Hängst. Die Route ist wie im Führer beschrieben sehr logisch, da man das Ziel immer vor Augen hat. Man steigt einfach konstant die Flanke hoch. Im oberen Teil stösst man auf den Weidezaun. Diesen kann man dank einer Hilfe gut übersteigen. Danach zieht die Steilheit der Flanke etwas an, das Gelände wird etwas ruppiger und es gut unter dem Gipfelkopf hoch an den Wandfuss. Ab dem Wandfuss selber geht es dann auf Bändern weiter in Richtung Südwesten. Nach etwa 40 – 50 Metern kann auf den Grat aufgestiegen werden. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten. Über eine schuttige Mulde eher nach links und oben auf einem Felsband nach rechts oder eher rechts über eine Grasmulde hoch zum Grat. Wir haben beides getestet. Wobei die schuttige Mulde bedeutend mehr Spass macht und auch etwas mehr alpines Feeling vermittelt. Vom Grat sind wir dann direkt, der Kante entlang, zum Gipfel hochgestiegen.
Auf dem Gipfel waren bereits einige Personen die Aussicht am Geniessen. Auch wir legten eine Gipferast ein und genossen das grandiose Panorama. Die Aussicht ist wirklich grossartig. Nach unserer Pause und dem Wipfelschuss nahmen wir den Abstieg in Angriff. Wir entschieden uns für den Bergwanderweg hinunter zur Alp Imbrig. Dafür folgten wir dem Schrattenfluegrat direkt oben in einigem Auf und Ab zur Verzweigung zwischen P.2053 und P.2072. Bei dieser dann wieder über einen Weidezaun und immer dem Bergwanderweg folgend hinunter zur Alp Imbrig. Ein Bergwanderweg der seinen Namen auch wirklich verdient. Steil und teilweise auch ruppig steigt man ziemlich direkt ab. Definitiv nichts für Personen mit Knieproblemen. Die Wegfindung war nicht weiter schwierig, obschon die Markierung rar sind. Bei der Alp Imbrig legten wir noch eine längere Zvieripause ein und genossen feine Desserts. Ich sage nur Kemeriboden Merängge…. einfach ein Genuss. Nach dem Zvieri mussten wir dann nur noch die letzten hundert Meter zum Parkplatz absteigen.
Fazit
Der NW-Aufstieg auf den Hängst ist eine attraktive Alternative zu den markierten Bergwanderwegen auf der SO-Seite. Die Schwierigkeiten bewegen sich im T4 Bereich und beim Ausstieg auf den Grat sind auch noch anderen Varianten und Spielereien möglich.
Route: Alp Imbrig – P.1496 – Steiwang – Hängst – P.2053 – Alp Imbrig
| Eckdaten Tour | |
| Distanz Aufstieg: | 3.1km |
| Distanz Abstieg: | 2.5km |
| Höhenmeter Aufstieg: | 760m |
| Höhenmeter Abstieg: | 760m |
| Dauer Aufstieg: | 2h 10min |
| Dauer Abstieg: | 1h 5min |
| Pausen: | 1h 10min |
| Schwierigkeit: | T4 |
| Benötigte Karten: | 3321T Napf-Sörenberg 1:33333 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo |
| Bestiegene Gipfel: | Hängst 2092m |





