Mal etwas Pyrenäenluft schnuppern
Eigentlich habe ich auf eine Tour in den Haute Pyrenäen gehofft. Doch das Wetter war in den wenigen Tagen, welche wir in Pau waren, einfach zu labil. Immer wieder Niederschläge und im Verlauf des Tages Gewitter. Dazu teilweise noch eine hartnäckige Wolkendecke. So Entschied ich mich heute für etwas Kurzes auf den Pic d’Escuret. In den Vor-Pyrenäen. In der Hoffnung, dass es dort am Vormittag noch einigermassen trocken sein würde. Die Passstrasse hinauf auf den Col de Marie Blanque ist auch schon ein Erlebnis. Weidezäune gibt es scheinbar in Frankreich keine. Alle Viecher blockieren die schmale Strasse. Auch auf dem Col streichen die Kühe um alle Fahrzeuge herum. Das wirklich erstaunliche war aber, dass auf dem Col die Sonne vom blauen Himmel schien. Ich konnte es nicht fassen. In Pau war noch eine geschlossene Wolkendecke. Ich hatte scheinbar genau den richtigen Ecken erwischt.
Der Wanderweg beginnt direkt auf der Passhöhe. Zu Beginn ist es eigentlich eine steile Alpstrasse. Es hat daneben aber auch einen Pfad. So, dass man nicht auf der Schotterstrasse laufen muss. Auf dem Wanderweg stieg ich hoch bis auf ca. 1130m, wo der Wanderweg die Alpstrasse verlässt. Nun ging es auf einem schönen Wanderweg mässig steil hinauf Richtung Gipfelplateau. Ein gemütlicher Wanderweg der gut zu Gehen ist. Heute waren auch noch einige andere Wanderer unterwegs. Das schöne Wetter scheint einige angelockt zu haben. Auf dem Wanderweg ging es somit immer weiter hoch an der Abzweigung bei P.1293 vorbei. Einige hundert Meter später lehnt sich das Gelände dann zurück und es wird flacher. So steigt man immer flacher dem Gipfel entgegen. Dieser besteht dann selbst wieder aus einem kleinen Felsaufbau, auf welchen man hochsteigt.
Auf dem Gipfel stehe ich dann gerade knapp über der Wolkendecke der Nordseite, welche auch Pau bedeckt. Was für ein Wolkenmeer. Das ist schon fast wie im Herbst in der Schweiz. Einfach unglaublich schön. Es zeigt sich, dass eine Hebung der Wolkendecke im Gange ist. Somit war klar, dass ich nicht mehr lange an der Sonne sein würde. Daher gab es zuerst einen Wipfelschuss und ein paar Bilder, bevor ich Pause machte. Kurz bevor ich mich auf den Weiterweg machte, wurde der Pic d’Escuret dann auch von den Wolken eingehüllt. So stieg ich nun in der Suppe weglos nordostseitig ab bis zur Alpstrasse auf der Karte. Auf dieser ging es dann wieder hoch und hinüber in Richtung Le Senzouens ou le Brèque. Welcher eine kleine Erhebung, im Sinne eines Nebengipfel darstellt auf dem Geländerücken. Nach diesem kurzen Abstecher nahm ich den Rückweg in Angriff. Zuerst ging ich wieder hinunter zur Alpstrasse auf dem Geländerücken. Auf dieser ging ich einige hundert Meter nach Westen bis zu einem Pfad auf der Karte. Welchen ich jedoch nicht ausmachen konnte. Also stieg ich querfeldein zu P.1293 ab. Dort entschied ich mich noch für die kleine Zusatzrunde über die Alp im Westen. Der Wanderweg führte in der Flanke hinunter bis zu einer Alp mit Kühen. Am Rande dieser machte der Pfad nun eine 180° Kurve, um wieder zurückzuführen zur Verzweigung bei 1130m. Eine gemütliche Zusatzrunde unterhalb der mystischen Wolkendecke. So gelangte ich auf einer anderen Route zurück zur Verzweigung auf 1130m. Ab hier nun wieder neben der Schotterpiste auf guten Wanderpfaden hinunter und zurück zum Col de Marie Blanque.
Route: Parking de la Torque – Refuge Baudino – Bau de Vespres – Col de Vauvenargues – Col de St-Ser – Ermitage St-Ser – Genty – Parking de la Torque
| Eckdaten Tour | |
| Distanz Aufstieg: | 2.4km |
| Distanz Abstieg: | 4.3km |
| Höhenmeter Aufstieg: | 510m |
| Höhenmeter Abstieg: | 510m |
| Dauer Aufstieg: | 1h 5min |
| Dauer Abstieg: | 50min |
| Pausen: | 35min |
| Schwierigkeit: | T2 |
| Benötigte Karten: | 1546OT – Oloron-Sainte-Marie |
| Bestiegene Gipfel: | Pic d’Ecurets 1440m |

