Piz Tiarms 2918m

In Skitouren by StevenLeave a Comment

Endlich wieder auf dem Piz Tiarms.

Na ja endlich ist in meinem Fall sehr relativ. Denn im Sommer war ich das letzte Mal auf dem Gipfel und Anfang Mai 2018 führte mich die letzte Skitour auf den Piz Tiarms. Somit sind noch keine 12 Monate vergangen. Da ist endlich vielleicht etwas übertrieben. Trotzdem war es dringend Zeit für einen weiteren Besuch.

Jetzt ist es nun mal so, dass ich nicht so gerne früh aufstehe. Denn das harmoniert irgendwie nicht so mit meinem Schlafrhythmus. Dennoch ist dies beim Bergsteigen, und beim Frühlingsskitouren im speziellen, teilweise notwendig. Doch die neuen Bahn auf den Schneehüenerstock lässt auch bei den aktuell sehr warmen Temperaturen eine normale Startzeit zu. Entgegen den im Vorfeld geäusserten Vermutungen hat die neue Bahn, aus meiner Sicht, zu keinem Anstieg der Tourengänger in diesem Gebiet geführt. Ich würde sogar das Gegenteil vermuten. Waren wir doch heute wie auch letzten Sonntag alleine Unterwegs. Einzig die Abfahrt ins Fellital wird eindeutig mehr befahren als früher. Heute war eine Grossgruppe mit ca. 30 Personen unterwegs.

So aber nun zum Tourenbeschrieb. Nach dem Auf und ab mit Bahn und Splitboard. Starteten wir auf ca. 2400m zum Aufstieg. Auf der Normalroute stiegen wir zügig an der Fellilücke vorbei hoch in die Wyssenlücke. Eine Premiere für mich. Bin ich doch bisher immer direkt durch die NW-Flanke hochgestiegen. Doch bei dieser Einsamkeit konnte ich nun auch mal die Wyssenlücke erkunden. Ein wirklich schöner Platz um zu verweilen. Danach ging zu Fuss zuerst auf dem Nordgrat und dann in der NW-Flanke immer steiler hoch zur Einsenkung im Grat. Unsere Spur vom letzten Sonntag war bereits wieder zugeweht, also stand erneutes Spuren an. Der Aufstieg auf den Nordgrat bei der Einsenkung im Grat stellt aktuell die Schlüsselstelle dar. Verglichen mit früheren Winterbesteigungen (Bild März 2015 und Bild Mai 2018) hat es an dieser Stelle markant weniger Schnee (Der Wind lässt grüssen). Wodurch nun die grossen Felsen beim Einstieg schneefrei sind. Die ganze Stelle wird dadurch wesentlich steiler. Irgendwie ist es etwas paradox. Es hat zu wenig Schnee für guten Trittschnee und zu viel um wie im Sommer über die Felsen zu klettern. Aktuell eine wirklich spannende Angelegenheit. Mit Pickeln und Steigeisen sowie beherztem Zupacken ist die Stelle aber zu meistern. Allerdings ist es jetzt für kleine Menschen eindeutig schwieriger.

Nachdem wir den Nordgrat erreicht hatten ging es nun auf dem Grat weiter. Auch hier liegt weniger Schnee als auch schon. Es entsteht so etwas wie kombiniertes Gelände beim Hochtouren. Anspruchsvoller als mit viel Schnee aber eindeutig unterhaltsamer. J Am Gipfelkopf mussten wir auch heute wieder kurz hirnen, welches wohl der einfachste Aufstieg ist. Dies obschon ich den Piz Tiarms bereits dreimal bestiegen habe. Sind die Verhältnisse im Winter doch jedes Mal anders. Von sehr viel Schnee bis fast kein Schnee. Was in diesem Blockgelände rasch die Schwierigkeit erhöht.

Nach dem Wipfelschuss machten wir uns wieder an den Abstieg, da auf dem Gipfel ein bissiger Wind blies. Abwärts ging es dann etwas rascher als Aufwärts. Bei der Schlüsselstelle haben wir mit einer 12m Reepschnur kurz eine Abstiegshilfe gelegt. Der restliche Abstieg zur Wyssenlücke war danach rasch bewältigt. Die Abfahrt hinunter zum Oberalppass ist aktuell so lala. Auf der Piste geht es zwar, macht aber nicht wirklich Spass. Im Gelände daneben ist es oben super, unten aber sehr verfahren und in den Hängen tief zerfurcht.

Zur Info: Die Piste vom Schneehüenerstock hinunter zum Oberalppass wird bei der aktuellen Gleitschneesituation, ab ca. 12:00 gesperrt. Wir waren somit völlig allein unterwegs. Es gilt aber die Hänge im Blick zu behalten und zügig abzufahren. Vor allem jene mit Fischmäulern. Dank den im Winter vorangegangenen Sicherheitssprengungen liegt in der Südflanke des Piz Tiarms nicht mehr so viel Schnee wie auch schon.

Der Piz Tiarms ist immer wieder eine super Skitour. Benötigt aber sichere Verhältnisse und Erfahrung in solchem Gelände und aktuell sicher auch mehr Erfahrung im Skibergsteigen.

Für mich ist und bleibt er aber einer meiner Lieblingsgipfel. Mit Start von der Schneehüenerstock Bergstation wird die Tour ca. um eine Stunde verkürzt. Also kein grosser Zeitgewinn. Sobald der Skibetrieb nach Ostern eingestellt wird kann ich dann wieder vom Oberalppass aus starten.

Route: Schneehüenerstock-Station – Fellilücke – Piz Tiarms – Fellilücke – Oberalppass

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 3.1km
Distanz Abfahrt: 2.9km
Höhenmeter Aufstieg: 550m
Höhenmeter Abfahrt: 890m
Dauer Aufstieg: 1h 15min (Skiaufstieg) 45min (Fussaufstieg)
Dauer Abstieg/Abfahrt: 25min (Abstieg) 15min (Abfahrt)
Pausen: 2h 5min
Schwierigkeit: ZS
Lawinengefahrenstufe: 1 Gering (Trocken)  3 Erheblich (Gleitschnee)
Benötigte Karten: 256S Disentis/Mustér 1:50000 Blaue Skitourenkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Piz Tiarms 2918m

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