Roggenstock 1776m

In Skitouren by StevenLeave a Comment

Viele Glückshormone ausgeschüttet am Weltglückstag im Powderrausch

Im Wissen, dass die Wetterprognose für heute nicht gerade vielversprechend war, fuhren wir mal Richtung Weglosen. Wie zu erwarten war es mehrheitlich bewölkt. Die Gipfel oberhalb Chäseren steckten alle in einer dicken Suppe. Nicht einmal auf dem Stock hätte man etwas gesehen. Da in Oberiberg noch etwas Sonne schien entschieden wir uns auch heute wieder den Roggenstock zu besteigen. Diese mal aber mit einer anderen Abfahrtsvariante.

Unser Ziel war es, unbedingt über den Adlerhorst abzufahren. Daher parkierten wir das Auto wieder bei der Kirche in Oberiberg und stiegen von dort auf. Wie bereits gestern führte uns der Aufstieg über die Grossweid hinauf zum Jäntli. Die heutigen Verhältnisse waren sogar nochmals etwas besser als gestern. Es hat über Nacht weitere 10cm Neuschnee gegeben. Also nicht, dass es zu wenig hätte, aber Nachschub von der weissen Pracht ist immer gut. Den weiteren Aufstieg begingen wir ebenfalls auf der gleichen Route wie gestern. Vom Jäntli bis zum Skidepot flöckelte es dann ein wenig. Doch bei unserer Gipfelankunft begannen sich die Wolken aufzulockern.

Bei der Pause auf dem Gipfel sahen wir wie dicht die Wolken waren auf der anderen Seite. Eine Tour ab Weglosen wäre definitiv nicht lohnend gewesen. Nach dem Wipfelschuss stiegen wir zum Skidepot ab und machten uns bereit für die Killer-Abfahrt. Meine Vorstellung von stiebendem tiefen Pulverschnee und Turns in steilen Hänge wurde nach kurzer Zeit Realität. Doch der Reihe nach. Vom Skidepot traversierten wir in den steilen NW-Hang hinüber und stachen Richtung NW-Rücken hinunter. Eine Abfahrtsvariante der Superlative am Roggenstock. Durch haufenweise flauschigen Pulverschnee rauschten wir steil abwärts Richtung NW-Rücken. Wo uns die Schlüsselstelle der heutigen Abfahrt erwartete. Die kurze aber steile und exponierte Felsstufe, welche vom NW-Rücken zur Normalroute hinunter leitet. Die Abfahrt folgt im unteren Teil in etwa dem ehemaligen Wanderweg. Vom NW-Rücken betrachtet gibt es im Winter zwei Möglichkeiten. Direkt links eine Art steile Rinne (Wahrscheinlich zu Fuss) hinunter oder rechts herum (mit Schneesportgerät) über die Kante und eine Art Rampe abrutschen. Wir entschieden uns für die fahrbare Variante. Unterhalb der Felsstufe ging es über den nächsten Powderhang hinunter zur Normalroute und auf dieser zum Jäntli.

In der Zwischenzeit hatte Petrus so richtig Gas gegeben und die Wolkendecke hatte richtiggehend aufgerissen. Vom Jäntli traversierten wir auf der Strasse zum Adlerhorst wo die zweite Abfahrt auf uns wartete. Welche direkt hinter dem Adlerhorst beginnt. Neben dem Hauseingang dropten wir in den nächsten Steilhang hinein. Über diesen cruisten wir durch tollen Powder hinunter bis in die Waldschneise. Was nun folgte war der absolute Hammer. Der wohl beste Hang am Roggenstock. Ekstatisch vor Begeisterung stürzte ich mich hinunter. Man könnte sagen: 30 Sekunden Wahnsinn. Bei P.1295 unten hatte ich dann so viele Glückshormone ausgeschüttet, dass dies für den Rest der Saison reichen dürfte. Von P.1295 fuhren wir dann noch gemütlich über die schönen Hänge Richtung Kirche hinunter und genossen die letzten Schwünge.

Fazit
Das war also wirklich eine Hammer Abfahrt in bestem Powder. Die Route über den NW-Hang und NW-Rücken ist bei den aktuellen Verhältnissen eine spannende alternative. Benötigt jedoch eine gute Technik und Erfahrung mit solchen Stellen.

Route: Oberiberg Kirche – Grossweid – Jäntli – Roggenstock – NW-Rücken – Jäntli – Adlerhorst – P.1295 – Oberiberg Kirche

Eckdaten Tour  
Distanz Aufstieg: 3.5km
Distanz Abfahrt: 3.0km
Höhenmeter Aufstieg: 690m
Höhenmeter Abfahrt: 690m
Dauer Aufstieg: 1h 50min
Dauer Abfahrt: 55min (Inkl. Gegenanstieg zum Adlerhorst)
Pausen: 1h 15min
Schwierigkeit: ZS-
Lawinengefahrenstufe: 3 Erheblich
Benötigte Karten: 236S Lachen 1:50000 Blaue Skitourenkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Roggenstock 1776m
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