Grosser Mythen 1898m

In Berg- Alpintouren by Steven1 Comment

Nach dem es am 1. August nicht geklappt hat mit dem Schafweg stand heute der 2. Versuch auf dem Programm. Das letzte Mal kamen wir nur bis Kehre 22 bereits dort waren alle Wasserreserven aufgebraucht. Doch heute war es nicht ganz so heiss und es blies etwas Wind. Im Weiteren muss ich sagen habe ich ein sehr angespanntes Verhältnis zu dieser Route. Nach dem ich nun bald 1,5 Jahre Tourenberichte und SAC Führer dazu gelesen habe hatte ich doch etwas bedenken. Nach dem Studium von gewissen Tourenberichten hätte man meinen können man besteige hier das Matterhorn. Wie sich nun heute herausstellte waren die sorgen für nichts. Denn der Schafweg ist höchstens T4+ und das Rot Grätli T5. Ich empfehle allen die durch die Tourenberichte ebenfalls verwirrt sind den SAC-Führer (Alpinwandern/Gipfelziele Zentralschweiz). Diese Beschreibung der Route stimmt in der Schwierigkeitsbewertung sehr genau.

Wir starteten dank der Kürze dieser Tour erst um 11:00 auf der Holzegg. Nun war Höhenmeter vernichten angesagt auf dem Grüeziweg. Leider nur 24 Mal gegrüezt bis zur Kehre 22. Heute war nicht so ein Betrieb wie an einem Wochenende. Von der Kehre 22 zweigt man ab und steigt die Runse hoch bis kurz vor dem Block mit dem blauen Pfeil. Dort links hinauf auf Pfadspuren durch das Gras und auf diesen bis zu den untersten zwei Tannen bei P. 1675. Dort beginnt die Stahlseil und Kettenpassage. Diese Passage ist zwar ausgesetzt aber sehr gut gesichert und das macht die Begehung angenehm da man etwas zum festhalten hat. Danach geht es auf einem guten Pfad und an weiteren Seilen und Ketten hinunter unter den Wyss Nollen wo man auf das Nollenbrünneli trifft einer Wasserquelle. Im Spalt oberhalb des Nollenbrünnelis hat es ein Routenbuch.

Vom Nollenbrünneli geht man auf einem sehr guten Weg bis zur Bachrunse und quert diese hart an der Kante an einem weiteren Fixseil und auf einem ausgesetzten Band. Danach über eine Felsplatte aufwärts zur Mythenmatt. Die Mythenmatt ist die grosse markante Grasplangge auf der Südwest Seite des Grossen Mythen. Die steigt man am unteren Ende auf guten Trittspuren und blauen Markierungen hoch bis zu den Tannen. Im Moment blüht es auf der Mythenmatt in allen Farben. Ein richtiger Genuss.

Bei den Tannen beginnt der als Rot Grätli bezeichnete Nordwestgrat des Grossen Mythen. Das Rot Grätli gliedert sich in zwei Steilaufschwünge und ist von der Schwierigkeit T5. An sich hat es keine direkte Schlüsselstelle es ist einfach ein ausgesetzter Aufstieg auf dem Grat. Es hat meistens gute Tritte und immer etwas zum Zupacken und festhalten. Im oberen Teil wird das Rot Grätli felsiger. Nach dem ersten Steilaufschwung quert man fast waagrecht zum Ansatz des Gipfelaufbaus. Nun weiter über Felsen und Schrofen den blauen Punkten folgend hinauf zu einer Felsspalte. Dort sind ein paar gezielte Kletterzüge von Nöten. Beim Einstieg ist auch eine Kette vorhanden. Danach unschwierig zum Gipfel hinauf den man bei der Fahne betritt.

Fazit
eine sehr schöne Alpinwanderung zwischen T4+ und T5 die keine direkte Kletterei benötigt. Auf keinen Fall sollte das ganze bei Nässe oder Schnee angegangen werden. Ein Pickel kann bei Unsicherheit im steilen Grass gute Dienste leisten. An vielen Stellen hat es Ketten und auch immer mal wieder Haken an denen eine Sicherung möglich wäre. Die ganze Route ist durchgehend mit blauen Punkten markiert. Den Schafweg und das Rot Grättli habe ich sicher nicht zum letzten Mal absolviert. Übrigens auf dem Gipfel unbedingt einen Nussgipfel probieren. Die sind einfach extrem fein.

Route: Holzegg – Schafweg – Mythenmatt – Rot Grätli – Grosser Mythen – Holzegg – Brunni

Eckdaten Tour  
Länge der Tour: 5.0km
Höhenmeter Aufstieg: 640m
Höhenmeter Abstieg: 950m
Dauer mit Pausen: 4h 25min
Dauer ohne Pausen: 3h 35min
Schwierigkeit: T5   II
Benötigte Karten: 236T Lachen 1:50000 Gelbe Wanderkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Grosser Mythen 1898m

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