Laucherenstöckli 1756m

In Skitouren by StevenLeave a Comment

Das Laucherenstöckli bieten sich immer mal wieder an. Zum Beispiel heute wo die Lawinengefahr erheblich ist und ich um 15:00 einen Termin hatte (eigentlich). Kurz, schön und in der Nähe. So lässt sich eine Skitour auf das Laucherenstöckli gut beschrieben oder auch “alle Jahre wieder”. Zuerst ausschlafen und dann ab auf die Ibergeregg. Das Auto habe ich auf dem unteren Parkplatz abgestellt möglichst nahe an der Schneewand damit ich die Schneefräse die gerade am Räumen ist nicht behindere. Nachdem die ganze Ausrüstung dann bereit war konnte es losgehen.

Auf einer bereits vorhandenen Spur ziehe ich hinauf Richtung Grat des Chli Schijen und von dort zügig weiter zur Sternenegg. Die Winterlandschaft mit den verschneiten Bäumen und dem Meterhohen Schnee ist einfach traumhaft. Die Ruhe und die Eindrücke sind Balsam für die Seele. Von der Sternenegg folge ich der Spur die von Oberberg her hinauf kommt und zum Gipfel des Laucherenstöcklis hinauf führt. Das Ganze bietet keine Schwierigkeiten und ist reinster Genuss. Schon während des Aufstiegs überlege ich mir wie ich die Abfahrt mit dem Snowboard anlege. Hat es doch einige Gegensteigungen und mit 1m Pulverschnee fährt es sich in den Flachstellen dann nicht mehr so flüssig. Rasch erreiche ich den Gipfel des Laucherenstöcklis.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast schiesse ich noch ein paar Fotos und tausche mich etwas mit den anderen Tourengängern aus. Sogar heute an einem Mittwoch Vollbetrieb auf dem Laucherenstöckli. Sicher 20 Leute wenn nicht mehr. Aber das ist man sich ja gewohnt hier oben. Ich mache noch kurz mein Splitboard bereit für die Abfahrt und schon kann es losgehen. Das erste Stück der Abfahrt bis in den Wald hinein ging dann auch zügig bis die erste Gegensteigung kam. Dort war dann Ende mit Fahren… also Board abschnallen. Mein erster Versuch zu Fuss die Gegensteigung zu bewältigen scheiterte. Fazit: Unmöglich man sackt bis zur Hüfte im Schnee ein. Also starte ich Versuch Zwei. Ich montiere wieder die Felle… doch diese wollten wegen des Schnees auf der Haftfläche nicht mehr kleben. Ich probiere es natürlich trotzdem (was für eine doofe Idee) und gehe ein paar Schritte. Die Felle rutschen logischerweise ab. Diese glorreiche Idee führte dazu, dass die Felle nun ganz voll Schnee waren und gar nicht mehr hafteten. Grrrrrr…. Tja jetzt war guter Rat teuer. Mir war rasch klar mit den Fellen in diesem Zustand ging es nicht mehr. Ich musste die Felle und den Belag zuerst reinigen und alles trocknen. Also verstaute ich die Felle schon Mal unter meiner Jacke am Körper wo es warm war. Damit diese nicht gefrieren konnten und der Schnee etwas abschmelzen konnte. Danach habe ich mich mit dem Board zu Fuss bis zur Sternenegg durch den Tiefschnee gekämpft. Beim Clubhaus des SAC Rossberg auf der Sternenegg legte ich dann eine Servicepause ein. Vor der Hütte hatte ich ein trockenes Plätzchen und eine Sitzbank an der Sonne zur Verfügung. Die Aktion „Fellreinigung“ konnte beginnen. Nach etwa 1h Schnee abkratzen, reinigen und trocknen an der Sonne klebten die Felle wieder perfekt auf den Ski.

Mittlerweilen war mein Zeitplan natürlich bereits völlig durcheinander geraten. Meinen Termin um 15:00 hatte ich bereits vor einer Stunde abgesagt. Da jetzt auch noch die Dämmerung einsetzte war es höchste Zeit zu Gehen. Ziemlich Zackig lief ich zurück zum Auto, denn die ganze Fellreinigungs- und Schneewühlaktion hatte mich insgesamt 2h gekostet. Der Abstieg war dann mit den haftenden Fellen wieder einfach. Was ein paar klebende Felle alles ausmachen können. Erst bei solch einer Aktion merkt man mal wie toll das Gleiten auf dem Schnee eigentlich ist. Als ich beim Auto ankam war es schon fast dunkel. Doch wieso stand mein Auto jetzt mitten auf dem Parkplatz? Hää)? Am Morgen hatte ich mein Auto doch an eine Schneemauer am Rand parkiert. Die Schneefräse hatte in der Zwischenzeit tatsächlich den ganzen Parkplatz freigeräumt und zwar um mein Auto herum. Wie cool ist das denn.

Fazit: Endlich wieder einmal Sonne getankt und den frischen Pulverschnee genossen.

Learnings: Felle mögen nur auf einer Seite Schnee. Was theoretisch natürlich bekannt war ist tatsächlich auch in der Praxis so. Bereits ein wenig Pulverschnee bei diesen kalten Temperaturen -7° reichte aus damit die Felle jegliche Begeisterung am Haften verloren. Erstaunlicherweise ist dies nicht mein erstes Erlebnis dieser Art. Man müsste ja meinen, dass man aus Fehlern lernt doch scheinbar trifft das nicht auf mich zu. Auf jeden Fall habe ich nun Spanner montiert am Ende der Felle und führe seit her auch immer Klebepads im Rucksack mit für den Notfall.

Route: Ibergeregg – Sternenegg – Laucherenstöckli – Sternenegg – Ibergeregg

 Eckdaten Tour
Länge der Tour: 8.0km
Aufstieg Höhenmeter: 410m
Abfahrt Höhenmeter: 410m
Dauer mit Pausen: 6h
Dauer ohne Pausen: 3h
Lawinengefahrenstufe: 3 Erheblich
Benötigte Karten: 236S Lachen 1:50000 Blaue Skitourenkarte von Swisstopo
Bestiegene Gipfel: Laucherenstöckli 1756m

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